
Napoleon ist schuld. Als er die Kontinentalsperre 1806 bis 1814 in Aachen durchsetzte, und damit das Festland von der Zuckerlieferung abschnitt, verwendeten Aachener Bäcker und Konditoren für ihre Gebäcke den günstigeren Farinzucker und den Zuckerrübensirup. Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Aachener Printen führte unter anderem dazu, dass der bereits zu jener Zeit bekannte Aachener Bäcker und Konditor Henry Lambertz um 1870 zum Hoflieferanten für das belgische, niederländische und preußische Königshaus ernannt wurde. Aber auch andere traditionelle Unternehmen wie beispielsweise die Aachener Printen- und Honigkuchenfabrik van Rey (gegründet 1833), die Bäckerei Nobis Printen (1858), die Konditorei Leo van den Daele (1890) und die Bäckereien Drouven (1896) und Klein (1912) erweiterten nun ihre Produktpalette um Aachener Printen, wobei sich deren Produkte lediglich durch Variationen in der Gewürz- und Zutatenmischung voneinander unterschieden. Erst viel später, in den 1950er-Jahren, kam es mit der Einführung der Schokoladen-Saftprinten, der Nuss-Schokoladenprinten und der Nuss-Saftprinten zu weiteren Ergänzungen der bisherigen Produktpalette.
